Förderverein für die Internationale Akademie für Humanwissenschaften und Kultur

Support Society for the International Academy for Human Sciences and Culture

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Presseberichte 2009:

Sarganserländer vom 18. Mai 2009

Sarganserländer vom 16. Juli 2009

Tagblatt.ch vom 16. Juli 2009

Liechtensteiner Vaterland vom 17. Juli 2009

Liechtensteiner Volksblatt vom 17. Juli 2009

 

Medienmitteilung:

Statement des 9. Internationalen Friedensseminars 2009

Familie und Frieden

Fünfzehn Jahre nach dem Internationalen UNO-Jahr der Familie hat das Thema nichts an Aktualität eingebüsst, und es ist nun mehr denn je angebracht, sich eingehend mit Familie und Frieden zu befassen.

Die Vereinten Nationen haben die Familie immer als Keimzelle der Gesellschaft betrachtet und sich für deren Schutz und Förderung eingesetzt. In einer Veröffentlichung der Vereinten Nationen von 2005 heisst es: „Mit der Ausrufung des Jahres 1994 zum Internationalen Jahr der Familie unter dem Motto ‚Familien: Ressourcen und Verantwortlichkeiten in einer Welt im Wandel’ half die Generalversammlung mit, das Thema Familie in den internationalen Entwicklungsdialog einzubringen. In der Folge entwickelten Regierungen nationale Aktionspläne für die Familie, richteten Familienministerien ein und verstärkten ihre Familiengesetzgebung.“ Weiter wurden als die zwei wichtigsten Zielsetzungen des Familienprogramms der Vereinten Nationen die stärkere Betonung der Familie in der integrierten Entwicklungspolitik und deren Programme sowie die erfolgreiche Begehung des zehnten Jahrestages des Internationalen Jahres der Familie auf allen Ebenen genannt. Ebenso haben sich die Vereinten Nationen dafür eingesetzt, dass jeweils am 15. Mai der Internationale Tag der Familie weltweit begangen werden soll. 

Trotz all dieser Bemühungen konnte der weltweite Trend der Bedrängnis und der Schwächung der Familie aber nicht aufgehalten werden. Die Situation ist sogar dramatischer als zuvor. Eine erhöhte Scheidungsrate, eine zunehmende Mutter-Kind-Trennung, eine Zunahme von Familien mit alleinerziehenden Elternteilen, ein zunehmender Verlust tragender gesellschaftlicher Werte, die Schwächung familiärer Bande und Solidarität tragen zur allgemeinen Destabilisierung bei. Weltweite Migrationstrends bei mangelnder weltweiter Solidarität, Armut und Hunger, Naturkatastrophen und die AIDS-Pandemie wirken sich, wie die Vereinten Nationen berichten, ebenso nachhaltig auf die Familie aus. Die Folgen sind katastrophal.

Kinder wachsen nicht nur ohne Vorbilder, sondern auch ohne irgendwelche zuverlässige, menschliche Werte auf. Die Erfüllung wesentlicher sozialer Aufgaben durch die Familie, wie z.B. die Sozialisation der Kinder, die Vermittlung von Geborgenheit und Lebenssinn und die Fürsorge für die jüngeren und älteren Mitglieder der Familie, ist deutlich gefährdet.

Die allgemeine Beziehungslosigkeit, Bindungsunfähigkeit und Suchtverhalten sind schon epidemisch. Immer mehr Menschen verzichten auf menschliche Freundschaft und Nähe – bzw. sehen sich dazu nicht imstande – und versuchen, das entstandene Vakuum mit materiellen Gütern, Suchtmitteln, Fernsehen, Internet, etc. zu füllen. Offensichtlich sind Menschen zunehmend von Menschen enttäuscht. In dieser Atmosphäre der Beziehungslosigkeit machen sich Egoismus und Selbstsucht breit.

Im Jahre 2004, zehn Jahre nach dem Internationalen Jahr der Familie, erklärte die UNO: „Die Familie hat eine kontinuierliche und entscheidende Rolle in der sozialen und menschlichen Entwicklung wie auch in der Fürsorge und Unterstützung von Individuen. Starke Familienbande waren immer Teil der meisten Gesellschaften, und Familien leisten weiterhin und fast überall wichtige Beiträge zum sozialen und wirtschaftlichen Wohlergehen. In der Tat haben Familien ein grosses, wenn auch oft nicht genutztes Potential zur nationalen Entwicklung und zum Erreichen wesentlicher Ziele jeder Gemeinschaft wie auch der Ziele der Vereinten Nationen beizutragen, einschliesslich der Beseitigung von Armut und der Schaffung von gerechten, stabilen und sicheren Gesellschaften. … Mit dem zunehmenden sozialen und ökonomischen Wandel, mit der Globalisierung, dem sich ergebenden Druck von Aids, Migration und Verstädterung sind auch Familien zunehmend in Bedrängnis geraten und Familienstrukturen erfahren ebenso Veränderungen. Die Tendenz läuft auf kleinere Familien mit wenigen Kindern hinaus, mit einer Schwächung der erweiterten Familienbeziehungen, welche auf gegenseitiger Verpflichtung und geteilter Verantwortung basieren. Diese Veränderungen haben manchmal zu sozialen Problemen geführt – und zwar in dem Masse, als Familien weniger in der Lage oder auch bereit waren, für die Bedürfnisse aller ihrer Mitglieder zu sorgen.“

Tatsache ist, dass die Familie sowohl Spiegel der gesellschaftlichen Realität ist sowie gesellschaftliche Realitäten schafft. Nach den Forschungsergebnissen der Internationalen Akademie für Humanwissenschaften und Kultur müssen wir die Familie als den wichtigsten Ort einer Friedens- und Präventiverziehung ansehen. Hier werden die Grundeinstellungen des Kindes geformt, Charaktereigenschaften entwickelt und Verhaltensmuster gelernt. Deshalb ist ein nachhaltiger Frieden in der Welt ohne den Frieden in der Familie nicht möglich.

 Das Internationale Friedensseminar 2009 widmet sich deshalb diesem wichtigen Themenkreis und sucht Antworten u.a. auf die beiden grossen Fragen:

  • Wie können wir den negativen Entwicklungen und Tendenzen, welche die Familie schwächen, entgegen wirken?
  • Wie können wir Familien stärken und sie zu einem effektiven Schulungsort für den Frieden gestalten?

 

Familie und Frieden

Bericht über das neunte Internationale Friedensseminar in Walenstadt

Über 100 Fachleute und Laien aus nah und fern trafen sich vom 4. bis 11. Juli 2009 an der Internationalen Akademie für Humanwissenschaften und Kultur.

 Seit mehr als 20 Jahren widmen sich die Psychologischen Institute der Akademie – nämlich das Psychologische Institut für Friedensforschung und Friedenserziehung und das Psychologische Beratungs- und Forschungsinstitut für Sexualität, Ehe und Familie – den Themen Frieden und interkulturelle Verständigung, Friedenserziehung und Familienförderung. Die Internationale Akademie für Humanwissenschaften und Kultur arbeitet auf dem Gebiet der internationalen Entwicklung und Konfliktmanagement mit der Universität von Maryland (USA) zusammen und veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für das Studium von Kulturerbe und Ressourcen und dem Zentrum für internationale Entwicklung und Konfliktmanagement dieser Universität sowie mit der Unterstützung dreier gemeinnütziger Vereine regelmässig internationale Friedensseminare, die sich jeweils mit einem weltweit aktuellen Thema auseinandersetzen. Die mitorganisierenden Vereine in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sind: Internationaler Verein für Elternbildung und fachlich geschulte Elternräte, Internationaler Verein für Gerechtigkeit, Menschenrechte, Berufs- und Amtsehre sowie Förderverein für die Internationale Akademie für Humanwissenschaften und Kultur.

Familie und Frieden war das diesjährige Thema, womit sich Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft befassten. Entsprechend breit gefächert und interdisziplinär waren Hintergrund und Ansätze: Von Psychologie, Soziologie und Pädagogik über Kunst und Literatur, Politik, Physik und Philosophie.

 In seiner Willkommensansprache unterstrich der Quartner Gemeindepräsident Balz Manhart die Aktualität des Themas, wies auf die Problematik der zunehmenden Zerrüttung der Familien hin und zeigte praktisch auf, wie viel Zeit und Engagement auch Behördemitglieder zur Überwindung von Familienproblemen in ihren Gemeinden investieren müssen. Professor Dr. Bushrui von der Universität Maryland würdigte die über zehnjährige Zusammenarbeit mit der Internationalen Akademie für Humanwissenschaften und Kultur, untersuchte das Thema Familie und Frieden sowohl aus kultureller, soziologischer und philosophischer Sicht und schloss seine Präsentationen mit praktischen Vorschlägen. Professor Dr. Gerhard Müller von der Universität Rhode Island in Kingston (USA) konnte mit seiner Wissenschaft der Physik eine Brücke zur Philosophie schlagen und ethisch-geistige Prinzipien untermauern. Professor Dr. Smékal von der Masaryk Universität in der Tschechischen Republik befasste sich mit der Entwicklung gemeinschaftlicher Reife in der Familie. Die Psychotherapeutin, Dr. Ursula Germann, widmete sich der Thematik trauriger und entmutigter Kinder und Jugendlichen. Die administrative Leiterin der Akademie, Catherine Ghaemmaghami, unterstrich die Notwendigkeit der Aufwertung der Mütter in der Gesellschaft und wies auf die Gefahren einer gleichsam mutterlosen Gesellschaft hin, in der die Aufgabe der Mutter zunehmend wegrationalisiert wird. Der Akademieleiter Dr. Assad Ghaemmaghami analysierte das Thema aus sozialpsychologischer und psychotherapeutischer Warte und brachte konkrete Lösungsvorschläge aus der Sicht einer neuen Psychologie der Erkenntnis- und Liebesfähigkeit.

 Das neunte Internationale Friedensseminar zeigte eindrücklich, dass die Familie sowohl Spiegel der gesellschaftlichen Realität ist sowie gesellschaftliche Realitäten schafft. Deshalb ist ein nachhaltiger Frieden in der Welt ohne den Frieden in der Familie nicht möglich.

 Den Veranstaltern und Wissenschaftlern sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gelang es, in einem fruchtbaren Dialog ein wissenschaftlich und kulturell reichhaltiges Seminar zu gestalten, das ebenso den Aspekt der menschlichen Begegnung und Freundschaft Rechnung trug. Am Seminar nahmen auch mehrere Familien mit Kindern und Jugendlichen teil.

 Eine Fotogalerie des Internationalen Friedensseminars ist auf der Website unter www.peace-academ... zu finden. Zu diesen und weiteren Themen bietet die Internationale Akademie für Humanwissenschaften und Kultur regelmässig Weiterbildungen an (http://www.peace-academy-society.org/weiterbildung.htm).